Schon der Name klingt sperrig und wenig einladend. Was soll ein Objekteplan sein? Warum brauche ich ihn überhaupt?
Komplexität aufbauen, um sie abzubauen
Projektmanagement beginnt oft mit einem Chaos aus Informationen, Unklarheiten und offenen Fragen. Am Anfang eines Projekts sammelt man möglichst viele Informationen, um eine umfassende Sicht auf das Vorhaben zu bekommen. Das führt zwangsläufig zu einer steigenden Komplexität – alles erscheint zunächst unübersichtlich und schwer greifbar.
Im Laufe des Planungsprozesses wird diese anfängliche Unordnung jedoch strukturiert, geordnet und in einfache, überschaubare Elemente zerlegt. Ziel ist es, aus der anfänglichen Komplexität eine klare, handhabbare Struktur zu formen.

Der Objekteplan: Ein unterschätztes Werkzeug
Ein zentrales Instrument im Projektplanungsprozess ist der Objekteplan oder auch Objektstrukturplan (OSP). Fälschlicherweise wird er oft mit einer Mindmap gleichgesetzt. Doch während eine Mindmap Assoziationen und Ideen frei miteinander verbindet, folgt der Objekteplan einer strengeren Struktur: Er zeigt ausschließlich die Objekte eines Projekts, nicht dessen Abläufe, Ressourcen oder Risiken.
Das WAS steht im Fokus
Der Objekteplan beantwortet eine einzige, aber essenzielle Frage: Was wird am Ende des Projekts real sein?
- Er betrachtet nur die Objekte – keine Ressourcen, Budgets, Risiken oder Zeitpläne.
- Er hilft, eine erste grobe Übersicht über den Projektumfang zu gewinnen.
Unbeliebt, aber wertvoll
Die Erstellung eines Objekteplans ist nicht unbedingt die beliebteste Aufgabe und erfordert Disziplin. Er zwingt das Team, sich der gesamten Komplexität des Projekts zu stellen. Und genau das macht ihn so wertvoll. Denn wer sich frühzeitig dieser Herausforderung stellt, hat später eine viel bessere Orientierung und kann Risiken frühzeitig erkennen.
Der Objekteplan hilft dabei, die Komplexität eines Projekts sichtbar und greifbarer zu machen. Durch die systematische Erfassung aller relevanten Objekte entsteht eine klare Vorstellung davon, was am Ende realisiert werden soll.
Die Frage „Was muss ich tun, um meine Objekt Realität werden zu lassen“ ist dann der nächste Schritt auf dem Weg zum Projektstrukturplan, aber das ist einen andere, neue Geschichte.
Fazit: Das Kind umarmen, nicht ignorieren
Der Objekteplan ist kein überflüssiger Bürokratieaufwand, sondern ein strategisches Hilfsmittel, um Projekte erfolgreich zu strukturieren. Wer sich die Zeit nimmt, ihn sorgfältig zu erstellen, legt eine solide Basis für eine effiziente Projektsteuerung.